Wir wollen euch eine Geschichte erzählen: Es waren einmal zwei kleine Kätzchen, eines schwarz und eines weiß. Sie waren ein tolles Paar. Von ihrer Mutter haben sie alles gelehrt bekommen, was man in einem Katzenleben so braucht. Sie lebten bei einem Haus mit großem Garten, Stallungen und angrenzenden Feldern. Es war toll. Es waren auch noch zwei andere Katzen da und alle verstanden sich gut. Es gab dort auch Menschen und die verteilten leckeres Futter. Ins Haus durften sie nicht, aber das machte auch nichts, denn draußen war es ja so spannend. Die beiden kleinen Kätzchen wurden erwachsen und wuchsen zu stattlichen Katern heran. Das Leben mit den beiden anderen Katzen gefiel ihnen sehr gut und sie liebten ihr Leben. Sie hatten sogar einen Namen; der schwarze Kater hieß Teufel und der weiße Kater hieß Leon. Dann kam ein seltsamer Tag. Ein paar Autos fuhren fort und fremde Leute packten Sachen ein. Die beiden Katzenkumpel wurden auch eingepackt. Die beiden Menschen, die dort lebten stiegen auch in ein Auto und fuhren fort. Der Abend kam und der Magen knurrte, aber niemand kam, um die Teller zu füllen. Leon und Teufel schliefen in der Scheune und in den kommenden Tagen warteten sie, ob die Menschen oder ihre Katzenkumpel zurück kamen. Aber sie blieben allein. Man hatte sie zurück gelassen. Erst lange Zeit später kamen zwei Frauen und brachten Futter mit. Sie lockten die beiden in zwei mitgebrachte Transportboxen und brachten sie ins Katzenhaus. Dort waren noch viele andere Katzen und Leon und Teufel waren sehr verunsichert. Sie reagierten garstig und unnahbar. heimlich nahmen sie das gereichte Futter aber an. So vergingen die Jahre. Mit zunehmendem Alter wurde Leon krank, er war ja ganz weiß und bekam Krebs. Schon bald war er gestorben und Teufel trauerte lange um seinen Kumpel. Er arrangierte sich mit den anderen Katzen und auch mit den Menschen. Wenn es kalt war, ging er ins Haus zu den Menschen, ansonsten blieb er im Garten in seiner Hütte. Im letzten Winter war er fast nur noch drinnen. Er merkte, dass er für das Leben nur draußen wohl langsam zu alt wurde. Mittlerweile hatte er sich so sehr an die Menschen im Katzenhaus gewöhnt, dass er bei den Fütter-Runden immer dabei war. Er inspizierte alle Näpfe und fraß hier und da auch einmal mit. Oben im Haus hatte er seinen eigenen Schlafplatz und seinen eigenen Napf, der stets mit etwas besonders Leckerem gefüllt wurde. Jetzt im Sommer wurde sein Leben immer beschwerlicher, das Essen fiel ihm schwer und er wurde dünn und schwach. Gestern nun schloss Teufel für immer seine Augen. Er ging ganz leise und still über die Regenbogenbrücke und ist nun wieder mit seinem langjährigen Kumpel Leon vereint. Wir wünschen euch alles Gute in der Unendlichkeit.