Manchmal ist das Leben sehr ungerecht.

Manchmal ist das Leben sehr ungerecht.
Dies ist Karlchen. Karlchen hatte ein behütetes Leben, er wohnte bei einer älteren Dame und wurde gut versorgt. Diese Dame starb und Karlchen blieb allein zurück. Eine Nachbarin kümmerte sich um ihn, denn er war ja in der Ortschaft bekannt. Doch diese Nachbarin kam ins Heim und so war Karlchen wieder allein. Er lief durchs Dorf, man kannte ihn ja, und er fand an vielen Ecken etwas zu essen. Er fand auch Unterschlupf hier und da und lebte ein Leben als Streuner.
Eines Tages wurde er von einem Auto angefahren. Der Fahrer des PKW fuhr einfach weiter und ließ den verletzten Karlchen an der Straße liegen. Ein nachfolgendes Auto hielt an und sammelte den verletzten Kater ein. Kein Tierarzt wollte ihn ohne Geld behandeln, denn die Leute, die ihn aufgesammelt hatten, waren nicht in der Lage, für seine bevorstehende Operation zu bezahlen. Denn Karlchen hatte ein gebrochenes Bein. So kam Karlchen zu uns. Das Bein wurde operiert und ist ganz prima verheilt. Karlchen war bei uns in der Krankenstation als Freigänger, hat dort Freunde gefunden und fühlte sich relativ wohl. Es kam dann auch ein Herr und besuchte ihn oft. Er versprach, am Wochenende wiederzukommen und Karlchen für immer zu sich zu holen. Das Wochenende kam, das Wochenende ging, aber der Mann kam nicht wieder. Zu dem Zeitpunkt fing Karlchen an, traurig zu werden. Er hatte zwar immer noch seine Freunde, aber keine Freude mehr in der Krankenstation.
Karlchen zog mit seinen Freunden noch einmal in ein anderes Zimmer, in dem noch andere Katzen waren. Er saß immer viel am Fenster und schaute hinaus. Karlchen wurde immer trauriger und unnahbarer, schließlich wurde er zum Einsiedler. Sein guter Freund O`Melly und auch sein Freund Cujo leisteten ihm Gesellschaft und trösteten ihn, wann immer er traurig war. Letztes Jahr wurde bei Karlchen eine Niereninsuffizienz festgestellt, die dann auch behandelt wurde. Noch vor drei Wochen war er in der Klinik und wurde wieder stabilisiert. Vorerst schien es ihm besser zu gehen, aber Karlchen wurde immer mehr zum Schatten seiner selbst. Er verfiel zusehends und aus dem einst stattlichen Kater wurde ein schleichendes, schwarzes Etwas. Heute versagten seine Nieren endgültig den Dienst und wir ließen ihn schweren Herzens gehen. Karlchen wurde nur fünf Jahre alt, von denen er drei Jahre bei uns im 🥰Katzenhaus lebte. Wir sind unendlich traurig, dass wir für Karlchen nichts Besseres gefunden haben und ihm kein eigenes Zuhause bescheren konnten. Manchmal ist das Leben einfach ungerecht.
(Auf dem letzten Foto seht ihr Karlchen mit seinen beiden Freunden O`Melly und Cujo.)