Ich möchte mich einmal vorstellen: Sie nennen mich hier Dedee...

Ich möchte mich einmal vorstellen: Sie nennen mich hier Dedee, weil ich ihnen meinen wirklichen Namen nicht verrate. Ich verrate auch ansonsten nichts von mir. Im Januar saß ich plötzlich an einer Landstraße in Dettmansdorf-Kölzow. Ich ging dort nicht weg, denn ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte. Es war bitterkalt und ich fror sehr, denn ich hatte gar kein Winterfell. Nette Damen sahen mich und gaben mir manchmal etwas zu essen. Auch Schulkinder kamen auf ihrem Weg in die Schule an mir vorbei, streichelten mich oder gaben mir von ihrem Pausenbrot. Ich aber blieb da sitzen und wartete. Ich fand an der Seite eines Restaurants eine kleine Überdachung mit einem Stuhl. Dort setzte ich mich hin. Hier hatte ich auch die Straße gut im Blick und die Passanten. So wartete ich weiter. Ich tat den Frauen leid und sie gaben mir ein Kissen, später auch eine kleine Kiste. Man telefonierte herum, aber niemand fühlte sich für mich zuständig, niemand vermisste mich, niemand wollte mich. Ich wartete weiter in der Kälte, zwei Wochen lang. Dann kam die Frau mit dem alten roten Auto vom Katzenhaus Gnoien und schaute mich an. Sie hatte nette Worte für mich, auch etwas zu essen und hielt ein Gerät an meinen Hals, um zu sehen, ob ich einen Transponder habe. Den hatte ich nicht. Die Frau schaute mich mitleidig an und schaute sehr traurig auf meinen dicken Bauch, der in den letzten Tagen immer dicker wurde. Dann fuhr sie weg und ich wartete traurig weiter. Es war so bitterkalt und ich fror und es wurde dunkel. Nachts kam hier niemand vorbei und ich kuschelte mich in das Kissen auf dem Stuhl. Doch, was war das? Ich hörte eine Stimme, die ich am Tage schon einmal hörte, und da war auch wieder das alte rote Auto. Es war schon spät und sehr finster. Man packte mich in einen Korb und brachte mich weg. Weil im Katzenhaus kein Platz mehr war, nahm die Frau mich mit zu sich nach Hause. Hier bekam ich eine schöne kuschelige Decke und etwas Leckeres zu essen. Hier wehte auch kein kalter Wind und es war warm. Ich vergaß sogar das essen, verkroch mich nur in eine Ecke und schlief erst einmal aus. In den kommenden Tagen beäugte ich die Gegend. Mehrmals täglich kam jemand und redete mit mir. Essen wurde immer wieder frisch hingestellt. Ich aß alles auf. Etwas betrübt war man, als ich auf den Teppich pullerte, aber ich wusste mit der Kiste und dem Krümelzeug da drinnen nichts anzufangen. Nach mehreren Versuchen fand man schließlich ein Granulat, das ich annahm. Und dann kam ein trauriger Tag. Ich bekam Bauchweh und mir wurde schlecht, Blut lief aus mir heraus und auch meine Babies kamen. Leider lebten sie nicht. Das machte mich so traurig, dass ich tagelang nichts essen wollte. Aber jetzt bin ich drüber hinweg und mittlerweile auch kastriert. Auch einen Transponder habe ich jetzt, damit man mich zuordnen kann, falls ich einmal wieder verloren gehe. Ich bin also bereit für ein ganz neues Leben in einem ganz neuen Zuhause. Na, wie wär`s? Habt ihr einen Platz bei euch für eine Katze wie mich? Mein wahres Alter verrate ich nicht, aber ich werde hier auf ca. 3 Jahre geschätzt. Anfänglich bin ich scheu, aber ich mag Menschen. Ich mag durchaus auch andere Katzen, aber das muss man dann noch einmal ausprobieren. Ich mag auch Kinder, aber sie sollten nicht zu klein und nicht zu wild sein. Ach ja, wenn keiner schaut, schleiche ich mich hier ins Bett.....🥰