Ich bin Trudi.

Ich bin Trudi. Ich wurde im letzten Herbst geboren und lebte mit meinen Geschwistern zusammen in Viecheln vor einem Neubau. Dort gab es eine nette ältere Dame, die uns immer fütterte und wir fanden Unterschlupf in den zahlreichen Schuppen auf dem Gelände. Gegenüber ist ein Bauernhof. Da haben wir immer viel gespielt. Manchmal lagen wir einfach nur in der Sonne und dösten und dann jagten wir Mäuse oder uns gegenseitig. Das Leben war toll. Doch dann zog die Dame weg und das Futter kam nicht mehr regelmäßig. Gut, Kontakt zu den Menschen im Neubau wollten wir sowieso nicht, aber regelmäßiges Essen wäre schon schön. Eines Tages wurde alles anders. Es kamen Leute, die Drahtkäfige aufstellten. Wir waren neugierig und schauten nach, was es ist. Es lag Futter drin, toll. Aber immer, wenn einer von uns sich das Futter holen wollte, schlug die Falle zu und dann wurde die gefangene Katze weggeholt. Mir war das unheimlich und ich hielt mich fern. Irgendwann war ich dann ganz allein und der Hunger so groß, dass ich auch in die Falle ging. Dann wurde es turbulent. Ein Tuch wurde über die Falle gelegt, ich wurde in einem Auto transportiert. Das ist laut und stinkt und der Mensch, der mich wegbrachte redete die ganze Zeit mit mir. Dann wurde es ganz hell, ich bekam einen Pieks und schlief ganz fest. Als ich wieder aufwachte, war ich an einem fremden Ort. Mein Bauch tat weh und ich wollte nach Hause. Aber weglaufen ging nicht. Ich war in einem Verschlag eingesperrt. Durch den Draht konnte ich andere Katzen sehen und riechen. Sie kamen ganz nah heran und haben mir viel erzählt, aber ich hatte Angst. Es kam zweimal am Tag eine Frau, die mir Essen brachte und mit mir redete. Die habe ich immer nur angefaucht und mich versteckt. Wenn sie weg war, habe ich gegessen. Nach ganz langer Zeit, hat sie die Tür vom Verschlag aufgemacht. Sie hat wieder ganz nett mit mir geredet. Dass ich nicht weglaufen soll, mich mit den anderen verstehen und so. Da habe ich mir erst einmal angeschaut, wo ich war. In einem Schuppen mit einem Strohboden, einer Katzenleiter dahin und mit vielen anderen Katzen, die auf verschiedenen Kissen und in Liegehöhlen oder einfach im Stroh lagen. Sie waren alle ganz nett zu mir, beschnupperten mich und zeigten mir alles. Man kann auch raus durch eine kleine Luke und draußen ist ein großer Garten. Hier gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Ich glaube, mir gefällt es hier gut. Deshalb bleibe ich hier. Freunde habe ich gefunden und die Bäume hier habe ich auch schon erklettert. Es gibt zweimal am Tag etwas zu essen und ich bekomme sogar frische Streu in meine Kiste, obwohl ich jetzt ja auch wieder draußen mein Geschäft verrichten kann. Die Frau, die immer so nett mit mir redet und das Futter bringt, mag ich mittlerweile auch. Ich fauche nicht mehr, sondern freue mich, wenn sie kommt. Deshalb begrüße ich sie mit hoch erhobenem Schwanz. Dann lächelt sie und ihre Stimme wird noch netter. Ratet doch einmal, wo ich jetzt wohne......😽