Es gibt Tage, die sind nur traurig.

Es gibt Tage, die sind nur traurig. Ende November wurde Mahlia allein und völlig abgemagert auf einem Acker nahe der A20 gefunden. Sie war so schwach, dass sie nicht mehr in der Lage war zu gehen. Sie war schon alt, konnte kaum noch etwas sehen und hatte Nieren, die kaum noch arbeiteten. Die Vermutung lag sehr nahe, dass sie dort ausgesetzt wurde. In der Gegend wurden schon oft ausgesetzte Katzen gefunden. Wir nahmen Mahlia auf und päppelten sie. Mahlia erholte sich zusehends. Bald konnte sie wieder laufen und sogar auf einen Stuhl springen. Sie freute sich immer, uns zu sehen und forderte ihr Futter lautstark ein. Nach einigen Wochen ließ sie auch Kuscheln und Streicheln zu. Wir haben uns so gefreut. Mahlia nahm langsam Kontakt zu den Katzen im Nachbarzimmer auf. Dort sollte sie auch einziehen, sobald sie stabil wäre. Doch letzte Woche verschlechterte sich ihr Zustand. Sie verweigerte immer öfter das Futter und sprach auch nicht mehr mit uns. Sie verfiel zusehends und magerte innerhalb weniger Tage ab. Die Blutergebnisse waren alles andere als gut und sie bekam wieder Medikamente. Plötzlich lief sie nur noch im Kreis und war orientierungslos. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Am Samstag fanden wir sie dann wie tot in ihrer Höhle liegend, sie war schon ganz kalt und reagierte kaum noch. Sie hatte bereits ihren Koffer gepackt und sich auf die Reise gemacht. Es macht uns unendlich traurig, dass wir ihr nicht mehr wirklich helfen konnten. Wir hätten gern wieder gut gemacht, was andere ihr angetan hatten. Aber die Zeit hatten wir leider nicht mehr. Sie war ja nur zwei Monate bei uns. Es tut uns leid, Mahlia.