Das ist Tatjana. Tatjana wurde bei den Mülltonnen einer Ortschaft gefunden. Sie wurde dort entsorgt. Der Hund einer Spaziergängerin hat angeschlagen und so schaute die freundliche Dame bei den Mülltonnen genauer nach. Dort saß sie, noch klein, noch jung, ganz ängstlich. Man brachte sie zu uns. Wir nannten sie Tatjana. Tatjana ist etwas schüchtern, sucht aber immer wieder den Menschenkontakt. Sie war sehr dünn, als sie zu uns kam. Geschätzt wurde sie auf vielleicht 16 Wochen. Wir päppelten sie auf und freuten uns, dass ihr Bauch wuchs. Aber es war nicht das Essen, das sie dick machte. Tatjana war schwanger. Sie war bereits schwanger, als sie zu uns kam. Tatjana wog 1,6 Kg. Zu wenig für eine Kastration, aber scheinbar genug für eine Schwangerschaft. Wir alle gingen von einem Kaiserschnitt aus, da sie so sehr schmal war. Wir erwarteten 2 - 4 Babys. Letzte Nacht begannen die Wehen, ganz unscheinbar. Als wir spätabends nach ihr sahen, lag ein frisch geborenes Kitten allein auf dem Teppich und schrie. Es war schon ganz kalt und die Hinterbeine waren blau. Die Nachgeburt lag ein Stück weiter und sah auch nicht normal aus. In ihrem Nestchen lag Tatjana und wusste nichts mit dem Baby anzufangen. Das zweite Baby war bereits auf dem Weg. Die Geburt stockte, mehrere Male, es kam zu Komplikationen. Viele Telefonate und WhatsApps weiter waren drei unterentwickelte Babies geboren und einer Tatjana ging es schlecht. Sie wusste nicht, dass man die Nabelschnur durchbeißen muss. Sie wusste nicht, dass man die Kitten wärmen und putzen muss. Sie wusste nicht, dass die Kleinen Milch benötigen. Sie hatte auch keine. Ihre Zitzen waren auch nicht richtig ausgebildet und führten keine Milch. Die Kleinen sind jetzt in einem Brutkasten in einer sehr erfahrenen Pflegestelle. Tatjana wird von uns weiter aufgepäppelt. Sie vermisst die Kleinen nicht, da sie nicht wusste, wer sie sind. Wir freuen uns für Tatjana, dass ihr der Kaiserschnitt erspart blieb. Sie hat für ihre Verhältnisse alles richtig gemacht, sie wusste es ja nicht besser, denn sie ist ja selbst noch ein Kind. Nun wachsen ihre Kinder ohne Mutter auf, wenn sie überhaupt überleben. Und Tatjana ist völlig verstört von dem, was heute Nacht passierte. Dieses Leid hätte verhindert werden können, wenn Tatjanas Mutti kastriert worden wäre. Stattdessen hat man den Nachwuchs, also Tatjana, einfach bei den Mülltonnen entsorgt. Mensch Leute, lasst doch eure Tiere kastrieren, damit das Leid der Streuner und ungewollten Katzen ein Ende nimmt. Es ist kein schlimmer Eingriff und es nimmt der Katze nicht ihre Würde. Sie wird trotzdem Mäuse fangen, aber dafür häuslicher werden, vielleicht sogar zutraulich. An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an die Tierarztpraxis Dargun, die auch mitten in der Nacht bereit war zu helfen. Dank auch an die Tiermedizinischen Fachangestellten, die mit Rat zur Seite standen und vielen Dank an die Pflegestelle, die als Hebamme fungierte und sich nun um die Kitten kümmert. Bitte drückt die Daumen, dass sich alle erholen und groß und stark werden. Tatjana wird demnächst kastriert, damit sich dieses Erlebnis nicht wiederholt.